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Bringt mein Herz nach Warschau

Bringt mein Herz nach Warschau

Polen feiert den 200. Geburtstag seines Nationalkomponisten Frederic Chopin. In der Hauptstadt wird Anfang März 2010 aus diesem Anlass das weltgrößte Chopin-Museum eröffnet, Warschau und ganz Polen zelebrieren Chopin und seine Musik.

Es existiert nur ein einziges Foto von ihm, aufgenommen 1849, dem Jahr seines Todes. Das Bild zeigt einen Mann mit tief liegenden Augen – doch war Frederic Chopin zum Zeitpunkt der Aufnahme erst 39 Jahre alt – seine seit Jahrzehnten andauernde schwere Lungenkrankheit zeichnete ihn. Nach seinem Ableben wurde sein Körper auf dem berühmten Pariser Friedhof „Père Lachaise“ beigesetzt. Sein Herz aber, so verfügte er in seinem Testament, solle nach Warschau gebracht werden. Seine Schwester erfüllte ihm diesen letzten Wunsch. Dort ruht es noch heute in einer Urne in der Heiligkreuzkirche.

Es war eine große Geste der Verbundenheit. Zwar liebte er Paris als die „schönste aller Welten“, doch blieb er seinem Vaterland Polen zeitlebens eng verbunden. Als Fryderyk Franciszek Chopin wurde er im Jahr 1810 geboren, noch im Jahr seiner Geburt zog die Familie vom Land in das rund 60 Kilometer entfernte Warschau. Fryderyk machte schnell durch seine musikalische Ausnahmebegabung von sich reden – seine ersten Kompositionen schrieb er im Alter von sieben Jahren!

Die Polen verehren Chopin als Nationalkomponisten. Wenn sich sein Geburtstag in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, ist das besonders in Warschau der Anlass für viele Konzerte, Events und Ausstellungen. Besonders spektakulär dürfte die Eröffnung des neuen, weltweit größten Chopin-Museums im Warschauer Ostrogski-Schloss im März 2010 werden. Mehr als 7.000 Ausstellungsstücke thematisieren auf vier Etagen Chopins Leben, sein Werk und seinen Tod. Das Museum wurde mit modernster Technik ausgestattet, die ebenso beeindruckend ist wie die Ausstellung selbst: Besucher erhalten statt eines Billets eine Chipkarte, mit deren Hilfe sie, unterstützt von interaktiven Medien, ihre individuellen Schwerpunkte setzen können.

Von Warschau aus lohnt unbedingt auch ein Tagesausflug zu Chopins Geburtsort Zelazowa Wola. Das ehemalige Landhaus der Familie ist heute ein Museum. Auch die Kirche, in der seine Eltern getraut und er getauft wurden, ist sehenswert.

Chopin verließ sein Heimatland nicht freiwillig. Nachdem der Wiener Kongress das Königreich Polen dem russischen Zaren zugeschlagen hatte, wehrten sich die Polen mit Aufständen gegen die Fremdherrschaft. Im Jahr 1830 gab Chopin Gastspiele in Wien und Paris. Vor seiner Rückkehr warnte ihn sein Vater vor den November-Unruhen und legte ihm dringend nahe, im Ausland zu bleiben. Chopin, begeistert von Paris, entschloss sich, dorthin umzusiedeln – und blieb.

Wie sehr Chopin an seiner Heimat hing, beweist diese Anekdote: Als nach seinem Tod seine Wohnung am Pariser Place Vendôme aufgelöst wurde, fand sich neben seinem Bett eine große Vase, gefüllt mit Erde. Es war polnische Erde.

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