InterContinental Life
City-Paradies für Jogger
Direkt am InterContinental Hamburg beginnt eine der eindrucksvollsten Laufstrecken Deutschlands: eine 7,4 Kilometer lange Sightseeingtour durch die Geschichte und Gegenwart der Hansestadt.
Einheimische amüsieren sich immer wieder: Aus vollem Lauf legen Jogger eine Vollbremsung hin und starren ungläubig auf die Außenalster: Mitten im Wasser steht ein Mann regungslos auf einem Ponton und blickt in Richtung Jungfernstieg. „Ich war auch zuerst baff – es brauchte 30 Sekunden, bis ich begriff, dass es sich um eine Statue handelt“, sagt Gesa Rohwedder, General Manager des InterContinental Hamburg. Das Hotel liegt unmittelbar in einer der schönsten Gegenden Hamburgs – dem „Alstervorland“. Das klingt nach weit draußen, tatsächlich aber ist es mitten in der Stadt. Früher wohnten hier die großen hanseatischen Kaufmanns- und Reederfamilien, ihre prächtigen Parks reichten bis an die malerische Außenalster. 1953 wurden diese Parks öffentlich zugänglich gemacht und bilden seitdem mit ihren wunderbaren alten Bäumen, großzügigen Rasenflächen und Teichen die Kulisse für eine der schönsten Flaniermeilen Deutschlands. Aber nicht nur zum Flanieren, sondern auch zum Joggen ist dieses Cityparadies großartig. Vor allem auch deshalb, weil die 7,6 Kilometer lange Laufstrecke zugleich eine der eindrucksvollsten Sightseeingtouren der Hansestadt bietet.
Wer vom Hotel aus nach links Richtung Norden läuft, sollte sich Zeit nehmen, die Freiluftgalerie zu beschauen, die den Weg säumt. Es sind bildhauerische Kunstwerke aus der Zeit zwischen 1958 und 1963, die Bezug auf die fröhlich-spielerische Stimmung des Alsterparks nehmen: Kinder, die einen Drachen steigen lassen (Gerhard Brandes, 1963) oder Orpheus, der mit der Harfe in der Hand seine geliebte Eurydike durch den Park geleitet (Ursula Querer, 1958).
Kurz darauf führt der Weg an einer imposanten Gründerzeitvilla vorbei – dem „Anglo-German Club“. Hamburg, so sagt man, sei die britischste Stadt außerhalb Großbritanniens und dieser noble Club dient der Pflege der Beziehungen. Zu seinen Gründern zählen die Verleger Axel Springer, Ernst Rowohlt und John Jahr, aber auch der legendäre Wirtschaftsminister Dr. Karl Schiller und natürlich John Dunlop, königlich-britischer Generalkonsul in Hamburg. Krawatte ist Pflicht – und noch eine Tradition behauptet der Club trotz allem. „Damen sind mittags nur in den oberen Etagen zugelassen, unten bleiben die Herren unter sich“, sagt Gesa Rohwedder.
Der Weg führt rechts ab über die Krugkoppelbrücke – ein Stopp in der Mitte ist Pflicht! Denn von hier aus öffnet sich eines der schönsten Panoramen Hamburgs: der Blick hinüber zum Jungfernstieg, der Alsterfontäne und der Kennedybrücke. Gesa Rohwedder: „Von hier aus ist auch der Mann auf dem Ponton im Wasser zu sehen – eine Skulptur des Bildhauers Stephan Balkenhol, dessen Figuren an vielen Stellen der Hansestadt für Überraschungen sorgen.“ Nicht von ungefähr heißt die Straße hier „Fernsicht“.
Durch die prachtvolle Bellevue führt der Weg an der Alster Richtung Süden – und wieder bleibt der Blick überraschter Jogger hängen: Sind das Minarette, die da über die Hausdächer ragen? Richtig! Es ist die Imam Al Moschee, ein Prachtstück orientalischer Architektur (von Hamburger Architekten entworfen), erbaut und finanziert von irischen Kaufleuten, eingeweiht 1965.
Die nächste Station ist weit profaner, aber sie verdient es, aus zwei Gründen erwähnt zu werden: die „Alsterperle“. Der kleine Kiosk am Ufer hat erstens 365 Tage im Jahr geöffnet – und zweitens bietet sich genau von hier aus abends der schönste Sonnenuntergang der Hansestadt. Über die nach John F. Kennedy benannte Brücke geht es hinauf zu einer weiteren strahlenden Villa aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist umgeben von hohen Zäunen, Wachhäuschen, Kameras und bewaffneten Polizisten. Seit 1950 residiert hier das amerikanische Generalkonsulat, nach dem Attentat auf das World Trade Center herrscht höchste Sicherheitsstufe.
Sehr relaxed geht es nur ein paar hundert Meter weiter zu – „Bodo’s Bootssteg“. Im Sommer sitzt hier tout Hamburg, isst Bockwürstchen mit Kartoffelsalat, sonnt sich, und wer Zeit hat, mietet sich eines der Holzruderboote oder eine Jolle. Wer hinüber ans Ufer blickt, entdeckt dort ein terrassenförmig gebautes Haus, dessen Architektur sich nicht störend aber doch merklich vom Stil der umliegenden Villen abhebt. In Anlehnung an ein ähnlich geformtes Gebilde in Hagenbecks Tierpark bekam dieses ehemalige Hauptquartier des Verlags Gruner + Jahr schon kurz nach der Fertigstellung den Spitznamen „Affenfelsen“.
Nach dem Alsterlauf können die InterContinental-Jogger übrigens das Spa des InterContinental Hamburg nutzen – zum „Entmüden“, zum Erfrischen oder um einfach die Atmosphäre zu genießen. Der 650 m² große, lichte Spa-Bereich bietet Dampfbad, finnische Sauna, Tepidarium, Erlebnisduschen, Ruhe- und Massageräume – und einen traumhaften Blick auf die Alster.
Noch ein Tipp zur Etikette: Besonders bei Sonnenschein herrscht sehr reger Laufbetrieb an der Alster, kleine Rempler und Beinahekollisionen sind möglich. Es lohnt sich dann, kurz innezuhalten und zu sehen, wen man da angerempelt hat – die Strecke um die Außenalster ist nämlich zugleich ein Laufsteg der Medienprominenz. Eine Runde hinter (oder vor) Johannes B. Kerner ist keine Seltenheit.
InterContinental Hamburg Tel.: +49 (0)40 414 20
www.hamburg.intercontinental.com