InterContinental Life
Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf.© Marc Meyerbröker
„Ich hoffe, das Glück hält an …“
Christoph Meyer ist Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Nach Stationen in Barcelona, Berlin, Köln, Basel und Leipzig kam er in die Landeshauptstadt. Seine Mission: Die Oper als Kunstform für alle zu etablieren – unkompliziert, aber auf höchstem Niveau.
InterContinental Life: Wissen Sie, was Ihr Kollege Robert
Schumann von den rheinischen Frohnaturen und ihrem Verständnis von musikalischer
Disziplin hielt?
Christoph Meyer: Er war nicht begeistert.
InterContinental Life: Und wie sehen Sie das als Norddeutscher?
Christoph Meyer: Wer so viel international unterwegs war wie
ich, kommt mit unterschiedlichen Mentalitäten problemlos klar. Gute Menschen
trifft man überall. Meine Begrüßung in Düsseldorf war sehr
herzlich und was versprochen wurde, wird hier gehalten. Ich fühle mich
wohl.
InterContinental Life: Düsseldorf ist schuldenfrei, also müsste
die Deutsche Oper im Gegensatz zu vielen anderen Kulturstätten sorgenfrei
sein.
Christoph Meyer: Das kann man so nicht sagen. Denn wir haben
eine Theaterehe mit Duisburg, und der Stadt geht es nicht so gut. Aber glücklicherweise
konnte unser Etat dank Düsseldorfer Hilfe um drei Millionen Euro erhöht
werden.
InterContinental Life: Wofür wurde das Geld verwendet?
Christoph Meyer: Wir haben damit 29 und eine halbe Stelle schaffen
können. Der Chor wurde vergrößert, wir haben erstmals zwei festangestellte
Musiktheater-Pädagogen …
InterContinental Life: Um die Jugendarbeit zu fördern
…?
Christoph Meyer: Das ist für mich ein sehr wichtiges Thema!
Darum werden wir auch in diesem Jahr unsere Kinderopern ,Robin Hood‘ und
,Der gestiefelte Kater‘ ins Programm nehmen. Zudem Mozarts ,Zauberflöte‘
für Kinder.
InterContinental Life: Aber das ist nicht Ihre einzige
Mission?
Christoph Meyer: Nein. Mein Ziel ist es, die Oper nach draußen
zu den Menschen zu bringen. Um zu erklären, was ich meine, erzähle
ich oft eine Anekdote aus der Zeit, als ich meine Verhandlungen führte:
Es ist mir drei Mal passiert, dass ein Taxifahrer am Flughafen nicht wusste,
wo in Düsseldorf das Opernhaus liegt. Daran müssen wir arbeiten. (Er
lacht.)
InterContinental Life: Sie gehen dabei Wege, die in Düsseldorf
bisher nicht beschritten wurden, wie zum Beispiel Public Viewing. Wie kommt
das an?
Christoph Meyer: Super. In diesem Jahr werden wir am 16. Juli
2010 wieder ‚Oper für alle‘ bieten, dieses Mal ergänzt
um Ballett. Außerdem zeigen wir am 9. Juli 2011 auf dem Burgplatz erstmals
eine komplette Oper im Public Viewing, und zwar ‚La Bohème‘
mit der international gefeierten Sopranistin Anja Harteros.
InterContinental Life: Düsseldorf scheint Ihnen Glück
zu bringen. Sie haben auf Anhieb in Oberkassel eine Wohnung gefunden, nach der
man in dieser Gegend normalerweise sechs Jahre suchen muss …
Christoph Meyer: Reiner Zufall – sie gehörte Freunden,
die ins Ausland gehen. Aber ich hoffe, das Glück hält an …
InterContinental Life: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Teil 1: Das Große im Kleinen
Teil 2: Kö und Luxusmarken
Teil 3: Wochenmarkt auf dem Carlsplatz
Teil 4: Deutsche Oper am Rhein: Interview mit Generalintendant Christoph Meyer
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