
2009 ist das große Haydn-Jahr in Wien.
Sein Todestag jährt sich zum 200. Mal
Ein leider allzu häufiger Irrtum: „Joseph Haydn und weitere deutsche Komponisten …“. Österreichern fährt bei einem solchen Satz der Blitz ins Gebein – zu Recht. Denn zwar stammt die Melodie der Deutschen Nationalhymne von Haydn, jedoch wurde er – erstens – in Niederösterreich geboren und schrieb – zweitens – die so eingängige Melodie anno 1797 zu Ehren des jungen österreichischen Kaisers Franz II.
Anno 2009 jährt sich der Todestag des großen Komponisten zum 200. Mal. Natürlich feiert die österreichische Hauptstadt Wien dieses Ereignis mit einem großen Haydn-Jahr. Zehn Ausstellungen, drei spezielle Stadtführungen und unzählige Konzerte preisen den Mann, der hier seine Karriere begann – und beendete.
Wien atmet Haydn: Am Stephansplatz lebte er acht Jahre als Sängerknabe. In einem Haus am Neuen Markt schrieb er die Hymne „Gott erhalte …“, im Esterhazy-Keller trank er viel und gern Wein, in der Aula der Wiener Universität trat er 1808 im Alter von 76 Jahren zum letzten Mal öffentlich auf – als Ehrengast einer Aufführung seiner „Schöpfung“. Im ersten Teil verkündet ein Sopran-Solo: „Mit Staunen sieht das Wunderwerk“ – gemeint ist der zweite Schöpfungstag, doch ebenso beschreibt es treffend den Blick auf das gesamte Œuvre Haydns.
In der heute Haydngasse genannten Straße in der Wiener Vorstadt steht das Haydn-Haus, sein letztes Domizil. Hier starb er, während Napoleon die Stadt einnahm. Der kleine Kaiser postierte Ehrenwachen vor seiner Tür, die gesamte französische Generalität schritt hinter dem Sarg Haydns zum Hundsturmer Friedhof.
Wer Wien im Jahr 2009 besucht, wird Haydn allerorten begegnen. Und vielleicht spürt er etwas vom Geist Haydns. Ein humorvoller kleiner Mann mit ansteckend optimistischem und liebenswürdigem Charakter soll er gewesen sein, immer für einen kantigen Scherz zu haben. Wer seine Musik mit dem Herzen hört, findet all das darin wieder.
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